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El Grande

   
   
Anzahl der Spieler: 2-5
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 90 Min.
Autor:

Wolfgang Kramer & Richard Ulrich

Verlag: Hans im Glück

Auszeichnung: Spiel des Jahres 1996

Spielidee:
Historischer Hintergrund
Spanien im 15. Jahrhundert: Es gibt 12 Königreiche, 1 Grafschaft, 1 Fürstentum und die baskische Provinzen. Fünf Volksstämme breiten sich aus: Spanier, Basken, Galicier, Katalanen und Mauren. Der Adel, insbesondere die „Granden“, der Hochadel, beeinflusst wesentlich das Geschehen in Spanien. Aber auch der mittlere Adel, die „Caballeros“, sind im Besitz ausgedehnter Vorrechte. Alle Regionen wollen ihre Eigenständigkeit ausbauen. Dabei spielen die Burgen (=Castillos) eine wichtige Rolle.

Spielziel:
Jeder Spieler hat einen „Granden“ und eine Vielzahl von Caballeros. Er versucht, seinen Einfluss auf ganz Spanien auszudehnen und in möglichst vielen Regionen die Mehrheit an Caballeros zu besitzen. Wem dies gelingt, der rückt auf dem Erfolgspfad vorwärts. Es gewinnt, wer dort bei Spielende vorne liegt.

Persönliche Bewertung:
Dieses Spiel gehört zu einem meiner Lieblingsspiele. Es ist jedoch ein sehr taktisches Spiel, weshalb es nicht jedem liegt, und weshalb ich nur selten genügend willige Mitspieler finde. Das erste Mal, dass wir dieses Spiel gespielt hatten, haben wir uns am Ende so stark auf das Spiel konzentriert, dass nur noch das Notwendigste gesprochen wurde. Die Anspannung war förmlich im Raum zu spüren. Das Spielbrett besteht aus einer Karte von Spanien unterteilt in die Regionen. Diese gilt es mit seinen Steinen, den so genannten Caballeros, zu besiedeln. Jeder Spieler besitzt eine Heimatregion, in der sein Grande steht. Zusätzlich gibt es eine Königsregion, die jede Runde wechselt. Die Königsregion ist wichtig für das Setzen der Steine, da nur in die angrenzenden Regionen Steine gesetzt werden können. Zusätzlich können Steine ins Castillo geworfen werden, die dann bei einer Wertung ins Spiel kommen. Hier können plötzlich Mehrheiten übernommen werden oder neue, bislang nicht erreichbare Regionen besiedelt werden. Die Spielreihenfolge wird durch Karten von 1 bis 13 bestimmt, die vor jeder Runde Reihum ausgespielt werden. Mit Hilfe dieser Karten bekommt man aber auch neue Steine, so dass man ganz geschickt abwägen muss, welche Zahl man wann spielt. Auch sollte man immer im Auge behalten, welche Zahlen die Mitspieler schon ausgespielt haben, damit man nicht unnötig hohe Karten verschwendet. Jede Karte darf nämlich nur einmal gespielt werden. Der Spieler mit der höchsten Karte in einer Runde beginnt. Anschließend geht es nach absteigender Nummernfolge. Wer an der Reihe ist, darf eine von 5 offen ausliegenden Aktionskarten auswählen. Diese haben zwei Bedeutungen. Zum einen bestimmen sie, wie viele Steine man in dieser Runde einsetzten kann, zum anderen stehen auf ihnen Aktionen, die man ausführen kann, die man aber auch verfallen lassen kann, wenn sie ungünstig für einen sind. Jede Runde gibt es dabei die so genannte Königskarte, mit der man den König in eine neue Region umsetzten kann. Außerdem gibt es Karten, die zu zusätzlichen Wertungen einzelner Regionen führen, Karten, durch die man neue Wertungstafeln in bestimmte Regionen legen kann, Karten, mit denen man zusätzliche Steine einsetzen kann, Intrigantenkarten, mit denen man eigene aber auch andere Steine auf dem Brett verschieben kann oder auch ganz entfernen etc. Jede Runde werden neue Aktionskarten aufgedeckt, nicht ausgewählte Karten bei weniger als 5 Spielern verfallen also einfach. Nur die Königskarte bleibt wie schon erwähnt liegen. Das Spiel geht insgesamt über 9 Runden. Nach jeweils 3 Runden findet eine Wertung statt. Bei den Wertungen bekommen die Spieler Punkte, die die Mehrheit in den unterschiedlichen Regionen besitzen. Dabei gibt es zusätzliche Punkte für die Mehrheit in der Königsregion oder die Mehrheit in seiner Heimatregion, d.h. dort, wo der eigene Grande steht. Aber auch der zweite und dritte bekommt Punkte, abhängig von den Wertungstafeln in den einzelnen Regionen. Wer nach der letzten Wertung die meisten Punkte erreicht hat, hat gewonnen.

El Grande ist ein wirklich gutes Spiel, das schon zu dritt viel Spaß macht. Am besten ist es natürlich zu fünft, wenn immer alle Aktionskarten ausgewählt werden. Dieses Spiel ist aber definitiv nichts für Leute, die nicht gerne strategische denken. Es ist ein eher anspruchsvolles Spiel. Finden sich jedoch einige Gleichgesinnte, so kann man mit dem Spiel sehr viel Spaß haben.

Zu diesem Spiel gibt es auch Erweiterungen, die ich jedoch nicht ausprobiert habe. Ich finde, das Spiel ist auch so schon gut genug, und wohl auch komplex genug. Auch klangen die Beschreibungen der (meines Wissens zwei) Erweiterungen nicht sonderlich interessant, bzw. spielerreichernd.

Auch wenn andere dem Spiel nicht so viele Punkte geben würden, für mich sind es definitiv:

5 von 5 Caro-Punkte